Die 6 wichtigsten Amazon-Richtlinien und worauf Sie wirklich achten sollten!

Die wichtigsten Amazon Richtlinien

Wer auf Amazon verkaufen möchte, muss nach den Regeln des Onlinegiganten spielen: Den Amazon-Richtlinien für Verkäufer. Tatsächlich haben Sie diesen zugestimmt, als Sie Ihr Seller-Konto angelegt haben. 

Wer sich diese einmal im Seller Central anschaut, wird von einer Masse an Richtlinien überrollt, die festlegen, was zulässig ist und was nicht: Richtlinien für den Verkauf durch Amazon, Richtlinien für Produktdetailseiten, Richtlinien zu Preisänderungen, Richtlinien, Richtlinien, Richtlinien. 

Müssen Sie diese nun alle auswendig lernen und im Schlaf aufsagen können? Nein. Aber es ist essentiell, dass Sie sich immer wieder damit auseinandersetzen und sicherstellen, dass Sie stets auf dem aktuellen Stand sind. Sollten sich Richtlinien ändern, können Sie dann umgehend reagieren und Produkte, Listings etc. den Neuerungen entsprechend optimieren. 

Verkaufen Sie als FBM-Händler, müssen Sie natürlich nicht die FBA-Richtlichen kennen. Wechseln Sie allerdings zum Fulfillment by Amazon, sollten Sie sich mit den entsprechenden Vorgaben vertraut machen. 

Welche Amazon-Richtlinien betreffen mich?

Die etwas unzufriedenstellende Antwort darauf ist „Das hängt davon ab, was Sie tun“. Nutzen Sie Amazon FBA, gelten die Richtlinien zum Verkauf durch Amazon. Verkaufen Sie Handmade Spielzeug für Kinder, gelten die Handmade-Richtlinien für Spielzeug und wenn Sie ein neues Produkt bei Amazon anlegen, die Produktrichtlinien.

Es ist also ratsam bei jedem neuen Schritt, den Sie während Ihrer Amazon-Reise gehen, sich im Seller Central über entsprechende Richtlinien zu informieren – auch wenn das nach einer Sisyphusrbeit klingt. Verstoßen Sie gegen die Amazon-Richtlinien, droht die Accountsperre. Doch mehr dazu später. 

Was sind die wichtigsten Amazon-Richtlinien?

Auch wenn die Anzahl an Amazon-Regeln schier unendlich erscheint, wollen wir hier kurz die wichtigsten auflisten: 

#1 Die Amazon-Produktrichtlinien

Die Produktrichtlinien von Amazon bezeichnen die Anforderungen, die Produkte erfüllen müssen, die Sie auf Amazon verkaufen wollen und welche Artikel verboten sind. Dazu gehören zum Beispiel die Vorgaben, welchem Zustand ein Produkt zugeordnet wird. Ein Artikel mit der Beschreibung ‘Neu’ muss also unbenutzt und originalverpackt sein. Um einen Artikel als „Gebraucht – Sehr gut“ verkaufen zu dürfen, darf dieser nur wenig genutzt sein und keine Schäden aufweisen. 

Die Amazon-Richtlinien für Produkte regeln unter anderem auch, welche Produkte verboten oder freigabebedürftig sind. Hier finden Sie auch Informationen, wie Sie nicht-jugendfreie Artikel richtlinienkonform verkaufen können. Weitere Infos zu den wichtigsten Amazon Produktrichtlinien, finden Sie in unserem Artikel.

#2 Die Amazon-Richtlinien für Produktdetailseiten

Wenn Sie bei Amazon eine neue Produktseite erstellen oder eine vorhandene bearbeiten, müssen Sie sich auch dabei an gewisse Vorgaben halten. So müssen die Artikel etwa korrekt beschrieben werden und auch alle Amazon Design Guidelines beziehungsweise Style Guidelines eingehalten werden. Außerdem dürfen keine Codes wie JavaScripte oder HTML-Codes verwendet werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Produktseiten immer in Landessprache verfasst werden müssen. Sie dürfen also keine englische Beschreibung auf Amazon.de anlegen.

In diesem Rahmen möchten wir auch die Amazon-Richtlinien für Bilder erwähnen. Amazon möchte, dass Produktfotos nach den Richtlinien gestaltet werden und gibt unter anderem vor, dass die Produktbilder den Artikel korrekt darstellen und dieser mindestens 85% der Bildfläche füllt. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihre Bilder mindestens 1.600 Pixel an der längsten Seite groß sind, damit die Zoomfunktion verwendet werden kann. Für Haupt-Produktbilder gilt zusätzlich, dass sie auf einem rein-weißen Hintergrund fotografiert werden müssen und keine Texte enthalten dürfen. 

Die Amazon Marketplace Richtlinien

#3 Die Amazon-Richtlinien für Rezensionen

In den letzten Monaten haben die Beispiele von Ravpower und Aukey deutlich gezeigt, was Amazon vom Missbrauch von Bewertungen beziehungsweise von Verstößen gegen die Rezensionsrichtlinien hält. Rezensionen sollen ein wahres Bild der Kundenerfahrung darstellen. Jegliche Art von irreführenden, gefälschten oder werblichen Bewertungen ist daher untersagt. Daher sind auch Bewertungen, die von Ihren Freunden oder Familienmitgliedern geschrieben werden, verboten. Aber auch solche, die in irgendeiner Art eine Gegenleistung erhalten, sind nicht gestattet. 

Von den Amazon-Richtlinien profitieren Sie als Verkäufer:in aber auch. Denn der Missbrauch von Rezensionen in Form von negativen Bewertungen – etwa von Ihrer Konkurrenz oder in deren Auftrag – ist ebenfalls verboten.

In unserem Video finden Sie Tipps, wie Sie ganz richtlinienkonform Rezensionen generieren, ohne das Ergebnis zu beeinflussen: 

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#4 Die Amazon-Richtlinien für Amazon Advertising 

Mit seiner Advertising-Sparte macht Amazon einen Großteil seines Umsatzes. Natürlich hat Amazon deshalb auch Advertising Guidelines. Diese sollen der Qualitätssicherung dienen, damit nur hochwertige Werbung den Amazon Kund:innen ausgespielt wird und das Einkaufserlebnis auf gewohnt hohem Niveau bleibt. 

Alle diese Amazon-Richtlinien für Amazon Advertising hier aufzulisten, würde den Rahmen dieses Artikels definitiv sprengen, aber wir möchten sie doch einmal anreißen. Zum einen ist wichtig, dass Ihr Logo in Ihren Anzeigen eindeutig erkennbar ist und dass Ihre Anzeigen eindeutig als solche gekennzeichnet sind. Außerdem dürfen Ihre Anzeigen keine Elemente beinhalten, die außerordentlich ablenken oder stören. Das sind zum Beispiel:

  • Übermäßige Animationen
  • Pulsierende oder leuchtende Elemente
  • Interaktionen-nachahmende Animationen, wie das Bewegen des Mauszeigers
  • Schnelle kontraststarke Übergänge

Weitere Richtlinien finden Sie auf den Advertising-Seiten des E-Commercegiganten.

#5 Die Amazon-Richtlinien für den Versand durch Amazon

Wenn Sie sich überlegen, Ihr Fulfillment in die Hände des Onlineriesen zu legen, sollten Sie sich im Vorfeld unbedingt mit den entsprechenden Amazon-Richtlinien befassen. Diese regeln beispielsweise, welche Produkte Sie für FBA verwenden dürfen und welche Besonderheiten es für den Versand von Lebensmitteln oder Gefahrgut gibt. 

Grundsätzlich sind Artikel wie Zigaretten, apothekenpflichtige Medikamente oder Schusswaffen nicht für Amazon FBA zugelassen. Aber auch die Maße eines Produktes können dazu führen, dass es nicht durch Amazon versendet werden kann. Hier finden Sie eine Auflistung der Produkte, die Amazon nicht für FBA zulässt

Zu dieser Kategorie gehören auch die Amazon-Richtlinien für FBA-Rücksendungen und potenzielle Erstattungsansprüche. Wenn Kund:innen Ihre Waren retournieren, werden sie zunächst an Amazons Logistikzentren geschickt und dort bearbeitet. Die Mitarbeiter:innen checken den Zustand der Rücksendung vor Ort und entscheiden, ob die Waren noch in einem verkaufsfähigen Zustand sind, oder ob diese beispielsweise beschädigt sind. Werden Produkte als „Defekt“ oder „Vom Kunden beschädigt“ eingestuft, müssen Sie als Seller innerhalb von 30 Tagen einen Remissionsauftrag erteilen. 

Die Amazon Richtlinien für FBA

Genau an dieser Stelle kann es zu sogenannten FBA-Fehlern kommen. Ein häufiger Fehler ist, dass Waren durch Amazon entsorgt werden, bevor Sie Ihren Remissionsauftrag erteilen konnten. In diesem Fall steht Ihnen eine Erstattung des entstandenen Schadens zu. 

#6 Die Amazon-Richtlinien zum Schutz des geistigen Eigentums

Beim Schutz des geistigen Eigentums kennt Amazon kein Pardon und hat daher umfangreiche Richtlinien zu diesem Punkt erstellt. Wenn Sie ein neues Produkt verkaufen möchten, müssen Sie sicherstellen, dass Sie alle notwendigen Berechtigungen dafür haben. Das bezieht sich nicht nur auf die Verkaufsberechtigung eines bestimmten Artikels, wie Sneaker von Nike. 

Verkaufen Sie beispielsweise Ihr eigenes Private Label, muss auch hier sichergestellt werden, dass Ihre Marke, Ihr Logo und Ihre Produkte keine Verstöße gegen das Urheberrecht vorweisen, etwa weil Ihr Logo fast genauso aussieht, wie das von Nike. 

Amazon gliedert seine Richtlinien zum Schutz des geistigen Eigentums in die folgenden Abschnitte: 

  • Urheberrecht,
  • Marke,
  • Patent,
  • Gebrauchsmuster,
  • Parallelimport und
  • Design.

Was sich genau hinter den einzelnen Punkten verbirgt, erfahren Sie in unserem Blogartikel: Die Amazon-Richtlinien zum Schutz geistigen Eigentums.

Sollten Sie sich in Punkten hinsichtlich dieser Richtlinien unsicher sein, raten wir Ihnen sich rechtliche Unterstützung zu holen, da Sie sich hier zusätzlich mit Gesetzen und rechtlichen Besonderheiten auseinandersetzen müssen.

Sollten Sie sich in Punkten hinsichtlich dieser Richtlinien unsicher sein, raten wir Ihnen sich rechtliche Unterstützung zu holen, da Sie sich hier zusätzlich mit Gesetzen und rechtlichen Besonderheiten auseinandersetzen müssen.

Was macht Amazon bei einem Verstoß gegen die Richtlinien? 

Halten Sie sich nicht an die Amazon-Regeln, droht die Accountsperre. Ist Ihr Amazon Verkäuferkonto einmal gesperrt, wird eine Menge an Aufgaben auf Sie zukommen, um diesen (hoffentlich) wieder zu entsperren. Dafür fordert Amazon meistens einen Maßnahmenplan, in dem Sie beschreiben, wie zu einem Richtlinienverstoß kam und wie Sie dies in Zukunft verhindern werden. 

Leider berichten auch viele Seller von Problemen, wenn Sie den Support von Amazon erreichen möchten, oder Ihren Maßnahmenplan eingereicht haben, aber das Konto noch nicht wieder entsperrt wurde. 

Es mag also eine Sisyphusarbeit sein, alle relevanten Amazon-Richtlinien im Vorfeld zu beachten, aber es ist wohl doch das kleinere Übel.

Fazit

Es gibt wohl niemanden, der alle Amazon-Richtlinien aus dem Stegreif aufsagen kann. Das ist bei der Anzahl schlichtweg unmöglich. Hinzu kommt, dass Amazon immer wieder neue Richtlinien veröffentlicht, da diese aus aktuellen Anlässen oder Gesetzesänderungen aktualisiert werden müssen. 

Verstoßen Sie gegen diese Richtlinien, droht die Accountsperre und es folgen aufwendige Entsperrungsversuche. Deshalb ist es essentiell, dass Sie versuchen, der Masse Herr zu werden und stets richtlinienkonform zu arbeiten. Das wird Ihnen im Endeffekt mehr Arbeit und Ärger ersparen als es Sie an Aufwand kostet. 

Bildnachweise in der Reihenfolge der Bilder: ©SurfupVector – stock.adobe.com / ©magele-picture – stock.adobe.com / ©studio v-zwoelf – stock.adobe.com

SellerLogic Repricer
Ermöglicht mittels dynamischer und intelligenter Preissteuerung, die Produkte in der Amazon Buy Box zu platzieren und zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen.
SellerLogic Lost & Found
Überwacht FBA-Prozesse auf mögliche Fehler und unterstützt Händler bei ihren Erstattungsansprüchen gegenüber Amazon. Der Händler schickt die Fälle via Copy & Paste an Amazon.