Wie funktioniert Amazon FBA? Alles Wichtige zum beliebten Fulfillment-Dienst auf einen Blick!

Amazon FBA hat Nachteile, aber die Vorteile überwiegen meistens.

Den meisten Händlern dürfte es ein Begriff sein: Fulfillment by Amazon, oder auf Deutsch „Versand durch Amazon“. Dahinter verbirgt sich eine ganze Reihe an Services, die der E-Commerce-Gigant den Verkäufern auf seinem Marktplatz anbietet. Diese können Händler im Paket buchen und damit den Großteil der Aufgaben, die durch das Fulfillment anfallen, an Amazon abtreten. Das FBA-Business ist dadurch zu einem der beliebtesten Geschäftsmodelle unter Marktplatz-Händlern avanciert, macht es das Verkaufen auf Amazon doch denkbar einfach. 

Doch wer mit Amazon FBA starten möchte, sollte sich im Vorfeld gut informieren. Nicht für jeden Verkäufer ist der Dienst geeignet und nicht für jeden lohnt sich die Teilnahme auch aus wirtschaftlicher Perspektive. Nichtsdestotrotz hat es einen Grund, warum der Service so beliebt ist: Mit dem FBA-Programm hat Amazon es Verkäufern ermöglicht, die hohen Standards des E-Commerce-Giganten ohne Zusatzaufwand einzuhalten. Eine enorme Arbeitserleichterung für viele Verkäufer, für andere überhaupt erst die Möglichkeit, ihr Business auszubauen.

In diesem Blogbeitrag wollen wir die wichtigen Basics klären und anschließend tiefer in das Thema „FBA bei Amazon“ einsteigen: Welche Kosten müssen Händler einplanen, wie funktioniert die Abwicklung von Bestellungen und wann lohnt es sich für Händler, den Service zu nutzen?

Amazon FBA: Was ist das?

Als „Fulfillment by Amazon“ wird der hauseigene Fulfillment-Dienst des Onlineriesen bezeichnet. Diesen Service können Marktplatz-Verkäufer gegen eine Gebühr buchen. Dann übernimmt Amazon für FBA-Produkte alle logistischen Schritte, die nötig sind, um eine Bestellung abwickeln zu können. Dazu gehören unter anderem 

  • die Einlagerung der Artikel,
  • das Zusammenstellen von Bestellungen,
  • das Verpacken der Artikel,
  • der Versand an den Kunden,
  • der Kundenservice in der Landessprache sowie
  • die Retourenverwaltung und Remission.

Dazu senden FBA-Händler ihre Ware an ein Amazon-Logistikzentrum, von wo aus der Versandhändler alle weiteren Schritte einleitet. Dazu gehört beispielsweise auch die bedarfsgerechte Verteilung des Warenbestandes auf die anderen Logistikzentren.

Durch Amazon FBA wird kaum Erfahrung in Logistik benötigt

Für viele Amazon-Händler hat FBA klare Vorteile: Sie können selbst als kleines Unternehmen, das vielleicht nur eine Handvoll Mitarbeiter oder wenig Erfahrung im E-Commerce hat, eine große Produktpalette aufbauen und erhalten Zugang zu vielen Millionen Kunden allein durch Amazon FBA in Deutschland. Denn verbunden mit der Nutzung des Services ist auch die automatische Teilnahme am Prime-Programm, das bei Kunden vor allem wegen des schnellen Versands beliebt ist. 

Viele Nutzer bestellen sogar hauptsächlich Prime-Produkte und blenden andere Angebote in den Suchergebnissen aus. Zwar gibt es auch die Möglichkeit, auf Amazon ohne FBA, aber mit Prime-Status zu verkaufen, doch dafür müssen Händler zuerst beweisen, dass sie mit ihrer hauseigenen Logistik die hohen Standards erfüllen können. Für viele kleinere Händler wäre das unmöglich. 

Im Vergleich zum Aufbau herkömmlicher Unternehmen ist es relativ einfach, ein FBA-Business zu starten. Und trotzdem müssen tausend Dinge beachtet werden. Wir zeigen Ihnen alle wichtigen To-dos, die Sie auf keinen Fall vergessen dürfen: Schritt für Schritt zum eigenen FBA-Geschäft – Anleitung.
Ohne das ein oder andere Tool wird kaum ein Händler sein FBA-Business betreiben können. Für fast jedes Problem gibt es auch die passende Software. Aber welche sind nützlich? Wir haben neun nützliche Amazon FBA-Tools zusammengestellt.
Welche Erfahrung machen Amazon-Händler mit Fulfillment by Amazon? Und was ist eigentlich das Besondere an diesem Service? In diesem Blogbeitrag haben wir die wichtigsten Vor-, aber auch die größten Nachteile zusammengefasst.

Amazon FBA ist keine Anleitung zum Gelddrucken

Auf Amazon ein FBA-Seller zu werden, ist im Vergleich zum Aufbau eines Onlineshops relativ einfach möglich. Allerdings setzen sich Händler dann auch den harten Anforderungen des amerikanischen Konzerns aus. Die Goldgräberstimmung, die bis vor einigen Jahren unter Marktplatz-Verkäufern herrschte, ist schon lange Geschichte. Mittlerweile ist es viel Arbeit und bedarf einiger Expertise, um mit Amazon FBA Geld zu verdienen. 

Das liegt zu einem guten Teil auch an dem hohen Konkurrenzdruck, der auf dem Marktplatz herrscht, insbesondere da der Konzern selbst ebenfalls als Verkäufer mitmischt. Viele Produkte werden mittlerweile von mehreren Händlern angeboten, sodass nicht nur zwischen verschiedenen Produkten Konkurrenz besteht, sondern auch bei dem gleichen Produkt. Insbesondere die sogenannte Buy Box ist hart umkämpft. 

Eine Alternative zu Amazon FBA ist das Dropshipping. Beide Versandmethoden haben Vor- und Nachteile. Wir haben uns angeschaut, für wen welches Fulfillment geeignet ist: Amazon FBA vs. Dropshipping
Auch Amazon passieren während dem Fulfillment Fehler. Für diese steht dem Händler in vielen Fällen eine Entschädigung zu. Wie erklären Ihnen, wann das zutrifft und wie Sie Ihre Rückerstattung erhalten.
Auch wenn das Geldverdienen mit FBA nicht mehr so leicht ist wie noch vor einigen Jahren, kann es trotzdem noch profitabel sein. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Ihrem FBA-Business (durch)starten und die passende Unternehmensform finden.

Verkäuferleistung als Kriterium für die Buy Box

Auf Amazon gibt es zwei Arten von Produkten: Private Label und Handelsware. Während Private Label lediglich von einem einzigen Verkäufer angeboten sind, besteht Handelsware meist in bekannten Marken, deren Produkte durch mehrere Reseller weiterverkauft werden. Nun bekommt jedoch nicht jeder Händler seine eigene Angebotsseite, sondern alle Anbieter werden auf demselben Produktlisting gesammelt. Nur wer zum Zeitpunkt eines Verkaufs in der Buy Box ist, erhält auch den Zuschlag. 

Das FBA-Programm von Amazon ist für viele Händler ein Türöffner.

Diese Transporttasche für kleinere Haustiere verkaufen zwei unterschiedliche Verkäufer. Doch nur einer kann in der Buy Box sein – aktuell ist dies der Händler „Mariot“. Der zweite Anbieter namens „Highfunny“ wird lediglich weiter unten und ziemlich unscheinbar genannt. Da 90% der Nutzer über die Buy Box einkaufen, hat dieser Verkäufer meistens das Nachsehen, solange er nicht die Buy Box gewinnt. Wie ebenfalls ersichtlich ist, verkauft zwar Mariot das Produkt, versendet wird es allerdings von Amazon. Also wird FBA für dieses Produkt durch den aktuellen Verkäufer genutzt.

Der Algorithmus bevorzugt FBA-Händler in der Buy Box

Nun könnte man spekulieren, dass Mariot vor allem deshalb in der Buy Box ist, weil er Fulfillment by Amazon nutzt, denn solche Händler werden gegenüber ihren Kollegen, die lediglich Fulfillment by Merchant (FBM) nutzen, bevorzugt. Ein wichtiger Faktor im Kampf um die Buy Box ist aber die allgemeine Verkäuferleistung, zu der auch die Versandgeschwindigkeit und die Qualität des Kundenservices gehören. 

Amazon vergibt FBA-Verkäufern in diesen Punkten selbstverständlich die Höchstnote, schließlich übernimmt der E-Commerce-Experte selbst diese Aufgaben. Als FBM-Händler dieselbe Leistung zu liefern, ist beinah unmöglich oder zumindest sehr schwer realisierbar. Deshalb ist es als Verkäufer von Handelsware beinah unumgänglich, mit Amazon FBA zu arbeiten.

Vorteile von FBA

Zusammenfassend lassen sich folgende Vorteile von FBA herauskristallisieren:

  1. Produkte, die über FBA angeboten werden, bekommen ein Prime-Logo. Mit dem Prime-Status erhalten Sie Zugang zur kaufkräftigsten Zielgruppe auf Amazon – den Prime-Abonnenten. Weltweit zählt Amazon 200 Mio. Abonnenten (Stand 2021), darunter rund 35 Mio. Nutzer allein in Deutschland (Stand 2019).  
  2. Versand, Retouren und Kundenservice kommen aus einer Hand. Haben Ihre Produkte die Amazon-Fulfillment-Center erreicht, können Sie sich auf die Expertise des Onlineriesen verlassen.
  3. Lagerfläche ist teuer. Wenn Sie keine eigene Halle für Ihre Waren bauen oder mieten möchten, kann FBA eine gute Lösung sein.
  4. Mit FBA lassen sich mehr Verkäufe generieren. FBA-Angebote werden vom Amazon-Algorithmus bevorzugt und sie bekommen den Buy Box Share deutlich schneller und einfacher als mit FBM.
  5. Wenn Sie bei Amazon starten, müssen Sie erst beweisen, dass Sie ein „Guter” sind. Die Probezeit dauert 90 Tage. Davor werden Sie auch bei den Produkten der eigenen Brand, also ohne direkte Konkurrenz auf der Produktdetailseite, keine Buy Box bekommen. Mit FBA fällt diese Probezeit weg.
  6. Die Internationalisierung fällt mit FBA leichter, da viele Prozesse direkt vom Programm abgedeckt sind. Dazu werden noch nicht einmal Fremdsprachenkenntnisse benötigt, denn den Kundenservice übernimmt schließlich Amazon.

Nachteile von FBA und wie Sie diese aus der Welt schaffen

  1. FBA ist nicht das günstigste Angebot. Zur besseren Kostenüberwachung bekommen Sie jedoch eine genaue Übersicht und können die Ausgaben deutlich besser kalkulieren. Die hohen Kosten können Sie umgehen, wenn Sie bereits bei der Produktrecherche auf Gewicht und Maßeinheiten achten. Denn nur einige Millimeter oder Gramm weniger können über die Höhe der FBA-Kosten entscheiden.
  2. Bestimmte Produktgruppen wie z. B. brennbare Materialien, manche Lebensmittel oder Luxusgüter werden durch FBA nicht versendet. Sie haben aber die Möglichkeit, auf den eigenen Versand wie FBM (Fulfillment by Merchant) oder Prime durch Verkäufer zurückgreifen. Prime durch Verkäufer wird bei der Vergabe der Buy Box-Anteile mit FBA gleichgestellt und macht vor allem dann Sinn, wenn Sie mit weiteren Händlern um die Buy Box kämpfen.
  3. Als FBA-Händler haben Sie keinen direkten Kontakt zum Kunden. Sollte es zu Retouren kommen, was bei Amazon keine Seltenheit ist, werden die Interessen der Käufer in den Vordergrund gestellt. Was können Sie dagegen tun? Bieten Sie qualitative Waren an, nehmen Sie sich Zeit, um bei erklärungsbedürftigen Waren jegliche Infos auf der Produktseite bereitstellen und spielen Sie nach Amazons Regeln. Falls Sie von vornherein Waren anbieten, die oft zurückgehen (z.B. Kleidung oder Schuhe) beachten Sie dies bei Ihrer Kostenkalkulation.
  4. Ein nicht zu vernachlässigender Nachteil ist der Kontrollverlust. Das bedeutet, Sie haben keinen Überblick über die Lagerbewegungen und Stornos der gekauften Ware. Gleichzeitig kommt es in den Amazon-Lägern zu Fehlern, die Sie viel Geld kosten können. Die Ware geht verloren, wird beschädigt oder gar nicht in den Lagerbestand aufgenommen. Eine manuelle Prüfung würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Viele Fehler bleiben oft unentdeckt und werden von Amazon nicht immer kommuniziert. Sie sind sogar selbst dafür verantwortlich, die Fehler an Amazon zu melden, um eine Rückerstattung zu bekommen. Was können Sie dagegen tun? Eine manuelle Prüfung ist nur bis zu einer sehr geringen Bestandsgröße möglich und kostet trotzdem viel Zeit. SellerLogic Lost & Found übernimmt die Suche, meldet Fehler sogar rückwirkend und bereitet die gesamte Kommunikation mit Amazon vor. Neben Fehlern die sich im Outbound-Prozess, im Lager, oder auch bei der Gebührenberechnung ereignen, erfasst Lost & Found auch Fehler des Falltyps Inbound Shipment.
  5. FBA führt zu einer gewissen Abhängigkeit von Amazon. Der Marktplatz ist für viele Händler bereits heute der umsatzstärkste Vertriebskanal. Doch das, was heute noch gilt, kann sich morgen komplett umkehren. Sie müssen sich daher im Klaren sein, dass ein weiterer Kanal für den Vertrieb Ihrer Waren bereitstehen sollte.

Amazon FBA: Kosten und Gebühren

Natürlich wird der FBA-Service von Amazon Germany nicht aus reiner Nächstenliebe angeboten. Das Unternehmen möchte daran auch verdienen und erhebt dementsprechend neben der obligatorischen Verkaufsgebühr zusätzliche Amazon FBA-Gebühren. Diese hängen insbesondere vom Lagerort, dem Produkttyp, den Abmessungen und dem Gewicht des Artikels ab. 

Außerdem entstehen durch die Nutzung von Amazon FBA zusätzliche Lagerkosten je Kubikmeter und Monat. Doch Achtung! Die Lagergebühren erhöhen sich für Ware, die länger als 365 Tagen eingelagert wird, auf 170 Euro pro Monat und Kubikmeter. Ab dem 15. Mai 2022 wird zudem bei einer Lagerungsdauer von 331 bis 365 Tagen ein Aufschlag von 37 Euro pro Kubikmeter berechnet. Dies betrifft alle Kategorien außer: 

  • Bekleidung, Schuhe und Taschen,
  • Koffer, Rucksäcke und Taschen sowie
  • Uhren und Schmuck.

Tipp für Clevere: Amazon bietet einen FBA-Rechner zwar an, allerdings lediglich für die Versandkosten. Aber einige andere haben diese Lücke geschlossen und für die FBA-bezogenen Amazon-Gebühren eine solche Preiskalkulation entwickelt, bspw. Shopdoc. Hier geht’s zum Original von Amazon: FBA-Gebührenrechner. Und hier zum Rechner von Shopdoc.

Für alle anderen, die statt einen automatischen Amazon FBA-Kalkulator zu nutzen, lieber den Überblick über die einzelnen Posten behalten wollen, finden die Gebühren für Europa hier: Aktuelle Amazon FBA-Versandkosten und -Gebühren

Amazon FBA-Kosten auf einen Blick

Wie hoch sind denn nun die tatsächlichen Amazon FBA-Kosten? Das lässt sich wie so oft pauschal nicht beantworten. Oft werden FBA-Gebühren nur auf Versandkosten und Lagergebühren bezogen. Doch tatsächlich fallen weitere Kosten an, die bei der Kalkulation eines FBA-Geschäfts in Betracht gezogen werden müssen.

Kosten vor dem Verkauf
Gewerbeanmeldung25-65 Euro / einmalig
Amazon Verkäuferkonto39 Euro / Monat
Amazon Fulfillment Kosten
Verkaufsprovision5-20 % des VKP
Abschlussgebühren (Medienprodukte)0,81-1,01 Euro / Einheit
Amazon FBA-Lagerkosten16,69-41,00 Euro basierend auf Kubikmeter und Saison / Monat
Langfristige Lagergebühr331 bis 365 Tage 37 € pro Kubikmeter, ab 365 Tagen 170 € pro Kubikmeter / Monat
Versandkostenindividuell, basierend auf dem Produkttyp, der Größe und dem Gewicht
Gebühren für Remissionen und Entsorgungindividuell, basierend auf der Größe und dem Gewicht
Bearbeitungsgebühr für Erstattungen20% der Verkaufsgebühr, bis zu 5,00 Euro
Amazon Advertisingindividuell
Sonstige Kosten
Toolsindividuell
Steuerberaterindividuell
Wie berechnen Händler die Kosten, die FBA verursacht, richtig, um darauf ihre Kalkulation aufbauen zu können? In diesem Blogpost beleuchten wir dezidiert die grundlegenden finanziellen Aufwendungen, die jeder Händler einplanen muss. Jetzt lesen!

Das richtige Amazon FBA-Produkt finden – wie geht das?

Tatsächlich ist im Amazon FBA-Business eine Produktrecherche im Vorfeld ebenso wichtig wie bei Private Label. Zwar wird auf dem Online-Marktplatz so gut wie jede legale Ware angeboten, das heißt allerdings noch lange nicht, dass sich der Aufwand bei Amazon FBA für alle Produkte auch lohnt. 

Für eine ordentliche Produktrecherche gibt es mittlerweile einige nützliche Amazon FBA-Tools, Händler können sich aber ebenso die Lagerbestände ihrer Konkurrenten oder den Bestseller-Rang zunutze machen, damit am Ende eine akzeptable Marge steht. Produkte, die zum Ladenhüter werden oder kaum Marge haben, sollten entsprechend auch wieder aus dem Sortiment genommen werden.

Der Verkaufsrang ist eine Information, die Verkäufer gewinnbringend einsetzen können. Hier erfahren Sie, wie das geht. 
Manuelle Produktrecherche oder doch lieber ein Tool? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit Ihrem Amazon FBA-Business und einer ordentlichen Produktrecherche Ihre Nische finden.

FBA- und andere Amazon-Produkte richtig verpacken: Richtlinien

Für viele Marktplatz-Verkäufer stellt sich irgendwann die Frage, wie sie ihre Amazon FBA-Artikel korrekt verpacken, ehe sie die Ware an ein Logistikzentrum des E-Commerce-Giganten senden. Denn im Fall der Fälle behält sich Amazon das Recht vor, nicht korrekt verpackte Produkte abzulehnen. Das wäre ärgerlich, teuer und frisst unnötig Zeit.

Deswegen sollten sich Amazon FBA-Händler die Verpackungsrichtlinien ansehen, ehe sie ihre Ware auf den Weg schicken. So müssen die Einzelteile einer SKU beispielsweise in einem einzigen Paket enthalten sein, jede Einheit muss mit einem scanbaren Strichcode etikettiert sein und auf der Verpackung bedarf es einer klaren Produktbezeichnung. Bei besonderen Produkten wie etwa zerbrechlicher Ware verlangt Amazon außerdem eine FBA-Verpackung, die diesem Umstand Rechnung trägt.

Mit Amazon FBA Schritt für Schritt expandieren: Pan EU und USA

Händler erschließen sich mit Amazon FBA einen riesigen Markt allein Deutschland – das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch lange nicht erreicht. Denn der amerikanische Konzern hat erkannt, dass auch der internationale Verkauf gewinnbringend sein kann. Mit dem Pan EU-Programm können Amazon FBA-Händler Global Player werden – und das relativ leicht. Welche Marktplätze Verkäufer bedienen wollen, können sie ganz einfach in ihrem Verkäuferkonto angeben.

Doch damit nicht genug. Durch FBA können Verkäufer Amazon USA anbinden, den größten Online-Marktplatz der Welt. Das Verkaufspotenzial ist riesig und die gesetzlichen Hürden kleiner, als viele denken. Wer mit einem Amazon FBA-Business Geld verdienen will, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen. 

Neben dem paneuropäischen Programm hat Amazon noch andere Möglichkeiten geschaffen, auch außerhalb von Deutschland zu verkaufen. Wie das funktioniert und welche Vorteile die Programme haben, zeigen wir euch hier.
Das Vereinigte Königreich gehört nicht mehr zur Europäischen Union. Das hat auch für Pan EU-Händler Folgen, denn ab 2021 bewegt Amazon zwischen der EU und dem UK keine Waren mehr. Was Verkäufer jetzt tun können.

​Gut zu wissen: Das Pan EU-Programm funktioniert ähnlich wie Amazon FBA in Deutschland. Der Händler sendet seine Produkte an ein europäisches Warenlager seiner Wahl. Von dort aus übernimmt Amazon die bedarfsgerechte Einlagerung in anderen Logistikzentren und die jeweiligen Versandprozesse in das Zielland, den Kundenservice, etwaige Retouren usw.

Für wen ist Amazon FBA geeignet?

Amazon FBA bietet ohne Frage viele Vorteile. Doch ist der Dienst wirklich für jeden geeignet, der bei Amazon verkauft? Wir sind der Meinung, dass Amazon FBA für jeden gedacht ist, der:

  1. Schnelldrehende Waren verkauft. Vor allem bei solchen Artikeln sind die FBA-Lagerkosten niedrig. Gleichzeitig können Sie als Händler:in davon ausgehen, dass der Kunde Ihre Artikel schnell bekommt und zufrieden mit dem Service sein wird.
  2. Mit einer hohen Konkurrenz in der Buy Box rechnen muss. Das heißt, dass vor allem Handelswaren-Verkäufer:innen um die Buchung des Dienstes FBA nicht drum herum kommen. Der Gewinn der Buy Box ist stark von der Versandart abhängig.
  3. Die Logistik und den Kundenservice einem vertrauenswürdigen Partner übertragen möchte. Denn Amazon teilt mit FBA seine umfangreiche und zum Teil unschlagbare Expertise.
  4. Sich auf andere Aufgaben rund um den Amazon-Verkauf konzentrieren möchte, statt auf den Versand. Mit Amazon FBA haben Sie perfekte Startbedingungen, um sich komplett auf das Wachstum Ihres Geschäftes zu konzentrieren.
  5. Die kaufkräftigste Zielgruppe gewinnen möchte. Weltweit zählt Amazon 200 Mio. Prime-Abonnenten, Tendenz weiter steigend. Diese Zielgruppe ist beim Online-Shopping vorwiegend auf Amazon unterwegs und gibt auch gerne mehr Geld aus, weil der Dienst vertrauenswürdig ist. 
  6. Auch bei Nischenprodukten schneller zum Kaufabschluss kommen möchte. Seit einigen Jahren arbeitet Amazon verstärkt daran, auch solche Produkte anzubieten, die potenzielle Käufer lieber bei der Konkurrenz kaufen würden wie zum Beispiel Handmade, Lebensmittel, Öko-Artikel etc. Dadurch möchte der Onlineriese seine Position als DIE Suchmaschine und DER Marktplatz für alles sichern.

Fazit: Amazon FBA – kleines Startkapital, große Möglichkeiten

Ja, Amazon FBA hat auch Nachteile. Händler übertragen damit das gesamte Fulfillment inklusive des Kundenservice an den Onlineriesen und vergeben damit bspw. die Chance, in direkten Kontakt mit ihren Kunden zu treten. Doch wenn es darum geht, die Buy Box zu gewinnen, haben Verkäufer mehr oder weniger keine andere Chance, als Fulfillment by Amazon zu nutzen. 

Auf der andere Seite hat das Programm genauso viele Vorteile. Nicht nur erleichtern sich Händler damit ihre Arbeits enorm – insbesondere für die vielen Verkäufer, die Amazon FBA als Kleinunternehmer betreiben, ist das Programm ungemein wichtig. Auch viele größere Unternehmen wissen es zu schätzen, dass der Versand schnell und reibungslos vonstatten geht, die Kosten für Bau oder Miete einer Lagerhalle wegfallen und der Kundenservice rund um die Uhr funktioniert. Erst dadurch ist es auch vielen Händlern überhaupt erst möglich, auf Amazon erfolgreich zu verkaufen.

So ist es auch heute durchaus noch möglich, ein Business profitabel auf dem Online-Marktplatz zu betreiben. Dazu ist es jedoch nötig, sich mit den Gebühren zu beschäftigen, etwa welche Lagerkosten und welche Versandgebühren anfallen, und diese korrekt in die Kalkulation miteinzubeziehen. Auch eine ordentliche Produktrecherche ist essenziell. Läuft das Business erst einmal in Deutschland, steht der Expansion nach Europa oder gar die USA nichts mehr im Wege.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Amazon FBA?

Fulfillment by Amazon (FBA) ist das hauseigene Logistikprogramm des Onlineriesen. Buchen Marktplatz-Verkäufer diesen Service, übernimmt Amazon den gesamten Fulfillment-Prozess. Dies umfasst sowohl die Lagerung als auch das Picken und Packen der Bestellungen sowie den Versand und das Retourenmanagement. Sogar der Kundendienst wird dann von Amazon erledigt. Viele Händler nutzen FBA, da ihre Chance, die Buy Box zu gewinnen, so steigen.

Was kostet das Fulfillment by Amazon?

Die Gebühren für den FBA-Service werden nicht pauschal, sondern in Abhängigkeit von Größe und Gewicht des Produktes berechnet und teilen sich in Lager- und Versandgebühren. Von Januar bis September betragen die Lagerkosten bspw. 15,60 € pro m3 und Monat.

Wie hoch ist die Versandgebühr bei FBA?

Aktuell liegen die Versandgebühren pro verkaufter Einheit zwischen 0,80€ und 30,60€ je nach Abmessungen, Gewicht und Zielort.

Für welche Online-Händler lohnt sich Amazon FBA?

Fulfillment by Amazon lohnt sich beispielsweise für kleinere Händler, die keine eigene Lagerfläche oder Logistik haben. Aber auch größere Verkäufer sollten über FBA nachdenken, denn die Nutzung des Service kann u. U. den Gewinn der Buy Box maßgeblich beeinflussen. Für schwere, sperrige Produkte oder solche, die sich nur langsam abverkaufen, ist FBA dagegen nicht immer geeignet.

Bildnachweise in der Reihenfolge der Bilder: © erikdegraaf – stock.adobe.com / Screenshot @ Amazon

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Ermöglicht mittels dynamischer und intelligenter Preissteuerung, die Produkte in der Amazon Buy Box zu platzieren und zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen.
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Überwacht FBA-Prozesse auf mögliche Fehler und unterstützt Händler bei ihren Erstattungsansprüchen gegenüber Amazon. Der Händler schickt die Fälle via Copy & Paste an Amazon.