Private Label auf Amazon – die Geschäftsidee im Jahre 2020 oder Schnee von gestern?

Kateryna Kogan
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Private Label auf Amazon im Jahre 2020 – immer noch so erfolgreich wie damals? In unserem Amazon Private Label Guide finden Sie Tipps für Ihren Erfolg mit Amazon mit Private Label Produkten

Private Label auf Amazon – was vor wenigen Jahren noch als Trend aus den USA gefeiert und nachgeeifert wurde, ist heute State of the Art nicht nur auf dem weltweit größten Marktplatz. Nicht selten entscheiden sich Amazon-Händler, Handelsware UND Private Label Produkte zu verkaufen. Überlegen Sie sich, bei Amazon mit Private Label Ihr eigenes Business aufzubauen, wollen wir Ihnen mit diesem Artikel das Geschäftsmodell näher bringen. Mit etwas Geschick, einer richtigen Nische, passenden Zielgruppe, richtiger Kalkulation und ein wenig Glück hat jeder eine Chance, gute Erträge zu erwirtschaften. Doch wie funktioniert das Business mit Private Label auf Amazon im Jahre 2020? Lassen Sie uns das Modell nun genauer betrachten.

Private Label, White Label, Amazon Eigenmarken – das Sammelsurium der Begriffe

Wenn man vom Verkauf einer Eigenmarke auf Amazon spricht, dann geht es in erster Linie um den Verkauf der Private Label Produkte. Nichtsdestotrotz finden Sie weitere Bezeichnungen wie White Label oder gar Amazon Eigenmarke. Was verbirgt sich hinter jedem Begriff und haben sie vielleicht was Gemeinsames?

Was ist Private Label?

Private Label kommt aus dem Englischen und bedeutet Handelsmarke. Private Label Produkte sind also Produkte, die für einen bestimmten Händler hergestellt werden, damit er diese dann unter dem eigenen Markennamen vertreiben kann. Sie als Verkäufer können die ausgewählten Produkte direkt vom Hersteller ganz nach Ihren Bedürfnissen oder Wünschen verändern oder Verbesserungen vornehmen. Außerdem können die Hersteller auf Ihren Wunsch eine personalisierte Verpackung bereitstellen oder das Produkt mit Ihrem Logo bedrucken.

Was ist White Label?

Der Unterschied zwischen White Label und Private Label ist nur sehr gering und kann leicht falsch interpretiert werden. Private Label oder Handelsmarke ist eine Marke, die “exklusiv” für einen Einzelhändler hergestellt und von diesem weiterverkauft wird. So zum Beispiel die Eigenmarke “Ja” von Rewe. Im Gegensatz zu Private Label Produkten werden White-Label-Produkte von einem Hersteller für mehrere Einzelhändler hergestellt. Es steht jedem Einzelhändler frei, die Produkte nach dem Bezug zu personalisieren. Manche Hersteller bieten sogar an, White Label Produkte mit personalisierter Verpackung und dem Logoaufdruck für den Verkauf vorzubereiten. Das Geschäftsmodell konzentriert sich jedoch auf die schnelle Herstellung der standardisierten Artikel und den schnellen Versand an den Einzelhandel. Es wäre nicht verkehrt zu sagen, dass White Label Produkte die Vorstufe von Private Label sind.

Was sind Amazon Eigenmarken?

Seit 2009 bietet Amazon günstige Bedarfsartikel wie Elektronikzubehör, Bürobedarf oder Spielekonsolen unter dem Markennamen “Amazon Basics” an. „Amazon Basics“ ist nur eine der Eigenmarken des Onlineriesen. Wenn es anfangs nur wenige Artikel im Angebot gab, zählt der Händler inzwischen knapp 2.000 Produkte der „Basics“-Linie. In den letzten Jahren soll Amazon über 80 Eigenmarken weltweit aufgebaut haben. Einige davon werden auch offensichtlich als Amazon-eigene Marken beworben – so zum Beispiel „Amazon Essentials“ oder “Amazon Basics”. Andere wiederum sind auf den ersten Blick nicht als Amazon Eigenmarke zu erkennen. Oder kommt Ihnen bei den Namen “James & Erin“, „Franklin & Freeman“, „Lark & Ro“ oder „The Fix“ Amazon als Händler in den Sinn? Gerüchte über einen gezielten Angriff auf Dritthändler brodeln immer noch. Gleichzeitig betrachten die Endverbraucher die Qualität der Ware eher als mangelhaft. Amazon hat also noch viel Arbeit vor sich.  

Welche Vor- und Nachteile hat der Verkauf von Private Label Produkten auf Amazon?

Der Verkauf der Private Label Produkte über Amazon ist ein beliebtes Geschäftsmodell. Doch bevor Sie sich dafür oder dagegen entscheiden, müssen Sie über die Vor- und Nachteile dessen im Klaren sein. Wussten Sie zum Beispiel, dass Ihnen als Amazon Private Label Seller die Buy Box nicht 100% sicher ist? Oder dass Sie bei weitem mehr Konkurrenz als nur andere Private Label-Händler haben? Oder, dass Import aus China mit vielen Tücken verbunden ist? Doch eins nach dem anderen.

Vorteile von Private Label Business auf Amazon

Beim Online-Shopping ist Amazon DIE Suchmaschine – so zeigte eine im Jahr 2017 von Bloomreach veröffentlichte Studie, dass 55% der Befragten den Marktplatz als erste Anlaufstelle bei der Produktsuche sehen. Auch Nischen sind auf Amazon gefragt. Und an dieser Stelle hat Private Labeling einige Vorteile – so können Sie mit Nischenprodukten eine klar definierte Zielgruppe erreichen und von Ihrer Marke die kaufkräftigen Konsumenten auf Amazon überzeugen. 

1. Aufbau einer eigenen Markenpräsenz möglich

Der klare Vorteil von Private Label auf Amazon ist die Möglichkeit, eine eigene Marke aufzubauen. Als Private Label Händler agieren Sie im eigenen Namen und können durch den persönlichen Service, die Verpackung und den eigenen Amazon Store Aufmerksamkeit des Kunden erlangen. Durch individuell gestaltbaren Elemente wie Header, Kacheln sowie Produktkategorien im eigenen Amazon Brandstore schaffen Sie als Seller mehr Übersicht für den potentiellen Käufer. So unterscheidet sich der Amazon Store nach außen kaum noch vom eigenen Onlineshop, profitiert jedoch von der Reichweite des Onlineriesen. Mit dem eigenen Brandstore kann der Händler die Alleinstellungsmerkmale und die Marke selbst besser transportieren sowie bessere Kaufanreize schaffen. 

2. Mit Private Label Produkten USPs ausarbeiten und Mehrwert bieten

Mit der Ausarbeitung der USPs können Sie mit speziellen oder gar einmaligen Produkten eine klar definierte Zielgruppe gezielt ansprechen und einen Mehrwert bieten. Als Private Label Verkäufer auf Amazon stehen Ihnen jegliche Mittel zur Verfügung, wie frei gestaltbarer Brandstore, A+ Content oder ein umfangreiches Amazon PPC Angebot, um Ihre Kundschaft einfacher anzusprechen. Sind Sie bereit, Zeit und Geld in die Gestaltung der Produktseiten zu investieren und besonders wertvolle Informationen zu bieten, dann können Sie den Konsumenten die Kaufentscheidung deutlich erleichtern.

Bis Juli 2019 war der sogenannte Amazon A+ Content lediglich Vendoren zugänglich. Seller hingegen mussten sich mit dem Amazon Enhanced Brand Content (EBC) begnügen. Dieser signifikante Unterschied zwischen Händlern, die direkt an Amazon verkaufen und solche…
Viele Marktplatz-Verkäufer starten mit kleinem Sortiment und schmalem Budget. Vielleicht stand am Anfang die Idee zu einem einzigen Produkt oder der Markt sollte nur angetestet werden. Doch wenn die Sales steigen, wächst natürlich auch das Business. Produkt…

3. Keine Konkurrenz auf dem Produkt

Amazon ist die erfolgreichste Verkaufsplattform weltweit und bietet Zugang zu einem sehr großen Kundenstamm. Dritthändler müssen mit viel Konkurrenz auf ihre Produkte rechnen. Hier spielt oft der Preis eine sehr große Rolle. Auch bei Private Label Händler werden sich die Artikel nicht von alleine verkaufen. Wollen Sie Ihre Produkte auf Amazon prominent platzieren, werden Sie auf zusätzliche Werbebuchungen auf Amazon nicht verzichten können. Nichtsdestotrotz investieren Sie in Ihr Produkt und müssen in Ihrem eigenen Bereich nicht mit der Konkurrenz rechnen. Die Buy Box gehört in der Regel Ihnen. 

4. Zugriff auf das Produktlisting, Keywords und Text unter eigener Kontrolle

Private Label Händler haben eine viel größere Autarkie bei der Gestaltung des eigenen Angebots als zum Beispiel Dritthändler. Das hat gewiss seine Vor- und Nachteile. Wer jedoch viel Wert auf die Gestaltung der eigenen Produktdetailseiten inklusive der Texte, Bilder, Keywords und Beschreibungen legt, wird als Private Label Seller auf Amazon seiner Marke Persönlichkeit verleihen und die Kunden mit zielgruppenrelevanten Inhalten viel einfacher erreichen können. 

So verbessert ein Amazon-Keyword-Tool Ihr Ranking! Wir zeigen Ihnen, welche anderen Strategien es gibt und wo Keywords bei Amazon eingetragen werden.

5. Große Gewinnmargen möglich

Es ist nun Mal kein Geheimnis, dass Amazon-Kunden oft mehr Geld für die gleiche Ware ausgeben, als in den Online-Shops außerhalb der Plattform. Dies liegt am hohen Vertrauen in die Plattform und dem Kundenservice, der auf Amazon geboten wird bzw. werden muss. Außerdem ist es nichts Neues, dass auch Eigenmarken aus China stammen. Doch als Herr im eigenen Brandstore, können Sie die Kunden einfacher davon überzeugen, mehr Geld für ein Produkt auszugeben. Das heißt, mit einem besonders guten Kundenservice, konkreten Informationen auf den Detailseiten, einem umfangreichen Angebot, der alle Wünsche des Kunden abdeckt, können Sie einen höheren Preis für Ihre Produkte verlangen. 

6. Unterstützung beim Aufbau und Schutz Ihrer Marke durch Amazon Brand Registry

Zusätzlich bietet Amazon Private Label Händlern einer registrierten Marke die Brand Registry Services an. Diese sollen Markeninhaber beim Aufbau und Schutz Ihrer Marke unterstützen und dürfen deshalb in keinem Amazon Private Label Guide fehlen. Mit Extras wie dem A+ Content, Sponsored Brands oder eigenen Shops sollen Markeninhaber zusätzliche Möglichkeiten erhalten um auf Ihre Brand aufmerksam zu machen.

Aber auch der Schutz der eigen Marke und des geistigen Eigentums wird mit den Amazon Brand Registry Services abgedeckt. So kann schon beim Anlegen neuer Private Label Produkte mit Hilfe des Tools ‘Transparency’ ein individueller, alphanumerischer Code hinterlegt werden. Wenn nun ein weiterer Seller Ihr Produkt oder gar eine Fälschung verkaufen möchte, muss er diesen Code angeben. So können Private Label Produkte bei Amazon vor Missbrauch geschützt werden – das ist nicht nur im Sinne der Markeninhaber sonder auch der Kunden. 

Nachteile von Private Label Business auf Amazon

Das Business als Private Label Händler wird oft in den YouTube Videos der Selfmade Millionäre als DIE Geschäftsidee angepriesen. DAS EINE Produkt wird aus China vom Strand aus bestellt und direkt in die FBA Lager von Amazon versendet. Ab dann geht das große Geld drucken los. Ist das wirklich so einfach? Ganz bestimmt nicht. P.S. Spoileralarm – alles auf ein Produkt zu setzen, führt nicht zum Erfolg, kostet aber Geld. 

1. Import aus China birgt Risiken

Günstige Netto-Stück-Preise, reiche Hersteller- und Produktauswahl sowie große Flexibilität bei individueller Produktherstellung – das sind die Hauptargumente für den Import aus China. Gleichzeitig gelten diese nur in bestimmten Fällen, wie zum Beispiel bei hohen Bestellmengen, geringen Frachtgrößen und in bestimmten Produktsegmenten. Wer aus China importiert, muss auch mit Risiken und Nachteilen rechnen. Um sich davor abzuschirmen, muss der Händler nicht selten mit Importagenturen zusammenarbeiten, die sich anschließend um die Qualität der Waren, Kommunikation mit dem Hersteller, Lizenzen, Zertifikaten, Lieferschwierigkeiten etc. kümmern.

2. Lange Lieferzeiten, hoher Planungsaufwand für Nachbestellungen

Beim Private Label müssen die Produkte nach Wunsch des Online-Händlers  produziert werden und können somit nicht ad hoc nachbestellt bzw. geliefert werden. Unabhängig davon, ob Sie mit chinesischen oder europäischen Herstellern zusammenarbeiten, werden Sie mit längeren Lieferzeiten rechnen müssen. Damit steigt der Planungsaufwand bei Nachbestellungen. Sollte ein Artikel plötzlich hohe Nachfrage haben, sind Sie bei Lieferzeiten von bis zu 8 Wochen schnell wieder weg vom Fenster.

3. Volle Produkthaftung und Konformitätserklärung

Entscheiden Sie sich für Private Label, werden Sie dadurch zum Quasi-Hersteller. Zum Schutz der europäischen Verbraucher gelten gesetzliche Vorschriften und Verordnungen, die ein Produkt, das in die EU eingeführt werden soll, erfüllen muss. Das gilt zum Beispiel bei Elektrogeräten, Spielwaren oder auch Produkten, die mit Lebensmitteln oder dem menschlichen Körper in direkten Kontakt kommen. So müssen Sie als Importeur sich vorher darüber informieren, welche Nachweise, Zertifikate und Kennzeichnungen die Produkte benötigen. Wollen Sie mit den Herstellern aus Asien zusammenarbeiten, können Sie eine Importagentur beauftragen, sich um alle Schritte der Herstellung, Lizenzierung, Zertifizierung, Zoll und Lieferung aus Asien kümmert.

4. Hohe Kosten bei geringen Mengen zum Testen

Unabhängig davon, ob Sie mit chinesischen Herstellern zusammenarbeiten oder mit den EU Unternehmen, werden sie bei geringen Warenmengen, die Sie zum Testen anfordern, hohe Kosten tragen müssen. Das ist kein direkter Nachteil, sondern eine Tatsache.

5. Hoher Marketingaufwand, um Marke und Produkt bekannt zu machen

Mit Private Label sind Sie der Herr der Lage, müssen aber beim Aufbau Ihrer eigenen Marke tief in die Tasche greifen, um die Gunst der Kunden zu erlangen. Auch Zeit spielt eine große Rolle. Ob A+ Content Detailseiten oder Schaltung der Amazon Ads – alles braucht Zeit und damit auch Geld. 

Viele Marktplatz-Verkäufer starten mit kleinem Sortiment und schmalem Budget. Vielleicht stand am Anfang die Idee zu einem einzigen Produkt oder der Markt sollte nur angetestet werden. Doch wenn die Sales steigen, wächst natürlich auch das Business. Produkt…

6. Last but not least – häufig Startkapital notwendig

Wie Sie bereits aus den vorherigen Punkten bereits herausgelesen haben, erfordert das Betreiben einer Eigenmarke auf Amazon einiges an Startkapital. Um wettbewerbsfähig zu sein, müssen Sie sicherstellen, dass die Produktkosten niedrig bleiben. Sie müssen also in großen Mengen bestellen. Eine Eigenmarke ist eben eine langfristige Investition.

Wie funktioniert Private Label-Verkauf bei Amazon in 2020?

Amazon entwickelt sich permanent, genauso wie die Konkurrenz auf dem Marktplatz. Chinesische Hersteller warten auch nicht mehr darauf, dass Online-Händler aus Europa die eingekauften Waren auf dem Marktplatz präsentieren. Sie erobern die Plattform selbst.

Was brauchen Sie nun, um als Private Label Händler im Jahre 2020 profitabel auf Amazon zu verkaufen?

Produktrecherche und Marktanalyse

Die Marktanalyse dient dazu, Informationen zum Status quo über Branchen, Kunden, Wettbewerber und weitere Größen des Marktes zu liefern bevor Ihr Produkt gelauncht wird. Womit sollten Sie bei Ihrer Recherche nun starten? 

Produktrecherche

Fangen Sie komplett bei null an, haben also noch keine Vorstellung mit welchen Produkten Sie auf Amazon einsteigen wollen, lohnt sich der Blick in die Bestsellerlisten. Hier finden Sie Produkte, die eine hohe Nachfrage haben und in der Regel immer abgesetzt werden. Mit speziellen Tools lässt sich die Recherche stark vereinfachen. Doch auch manuelle Recherche und einige Tricks, wie zum Beispiel die 999-Methode, können bereits zum Erfolg führen. 

Zielgruppe

Lassen Sie bei der Produktrecherche Ihre potentiellen Kunden nicht aus den Augen. Beim Aufbau eines Private Label Geschäfts auf Amazon ist die Definition der Zielgruppe von hoher Bedeutung. Die emotionale Bindung der Zielgruppe zu Ihrem Produkt bringt mehr Erfolg als die Größe derer. Kennen Sie Ihre Zielgruppe gut, können Sie bei der Produktrecherche attraktive Angebote und Bundles zusammenstellen und damit für mehr Umsatz sorgen.

Konkurrenzanalyse

Zu der Marktanalyse gehört auch die Beobachtung der Konkurrenz. Bei Amazon gibt es nichts, was es nicht schon gibt. Gehen Sie also davon aus, dass Ihre Kunden sich sehr schnell nach Alternativen umschauen werden. Bevor Sie als Private Label Händler starten, beobachten Sie ihre potentielle Konkurrenz sehr genau. 

Welches Know-how können Sie Ihren Kunden bieten, um die Konkurrenz hinter sich zu lassen? 

Zeichnen Sie die Vor- und Nachteile Ihres Wettbewerbs auf. Beobachten Sie, wie die Artikel vermarktet werden und machen Sie es besser oder anders als Ihre Konkurrenz, wenn Ihr Produkt gelauncht wird. Wenn die Qualität Ihrer Produkte, der Kundenservice, die Versandgeschwindigkeit oder Produktinfos besser ausgearbeitet sind, dann sammeln Sie bereits an dieser Stelle viele Pluspunkte und bilden Alleinstellungsmerkmale für Ihren Auftritt.

Nische oder breite Aufstellung – was bringt mehr Gewinne auf Amazon? Lesen Sie jetzt unseren Bericht zum Wettbewerb auf dem größten Marktplatz.

Heimische Hersteller oder Made in China – was passt zu Ihrem Private Label Geschäft?

Bei der Recherche nach dem passenden Lieferanten schaut man nicht selten nach China. Wie wir bereits erwähnt haben, bedeutet die Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern viel Aufwand und sehr oft müssen Sie mit längeren Lieferzeiten rechnen. Das erhöht den Planungsaufwand und kann unter Umständen dazu führen, dass Sie während einer steigenden Nachfrage nach Ihren Produkten Out-of-Stock gehen und nicht nur den Trend verpassen sondern auch die Buy Box verlieren.

Die Beschaffung in Fernost hat seine Nachteile, die wiederum das Fundament für die Vorzüge des EU-Sourcing bildet. Ein Lieferant aus Europa ist deutlich teurer, dafür haben Sie als Händler mehr Sicherheiten. Sie können hier bereits produzierte Artikel in kleinen Mengen einkaufen, und bei Bedarf schnell und flexibel nachkaufen. Für die Einhaltung aller Vorschriften ist der Importeur zuständig genauso wie für eventuelle Schäden.

Anlegen eines Seller-Accounts – was passt zu Ihrem Private Label-Geschäft?

Nach dem Sie Ihre Marktanalyse abgeschlossen haben und sich sicher sind, welche Produkte Sie auf Amazon verkaufen wollen, folgt die Einrichtung des Amazon-Verkäuferkonto. 

Bei Amazon haben Sie als Händler zwei Optionen – Basiskonto bzw. Individueller Tarif oder Professionell-Tarif.

Individueller Tarif

Die Erstellung des individuellen Accounts ist kostenfrei. Sie müssen jedoch für jeden Verkauf, den Sie bei Amazon tätigen, eine Provision von 0,99 € pro Artikel + prozentuale Verkaufsgebühren zahlen, die abhängig von der Produktsparte bei ca. 7-15% liegen. Dieses Gebührenmodell ist für Verkäufer konzipiert, die planen weniger als 40 Artikel pro Monat zu verkaufen.

Professionell-Tarif

Im Professionell-Tarif stehen Ihnen viel mehr Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten wie eine bessere Übersicht der Verkaufszahlen, Anpassung der Versandkosten, Listenuploads, ausführliche Verkaufsstatistiken und noch vieles mehr zur Verfügung. Der Tarif lohnt sich schon beim Verkauf von mehr als 40 Produkten im Monat und dieses Mindestziel sollten Sie sich auch setzen. 

Wir empfehlen, mit einem individuellen Konto zu beginnen, bevor Sie aktiv mit dem Verkauf beginnen und damit in die Selbstständigkeit gehen. Sobald Ihre Produkte gelistet und versandfertig sind, können Sie ein Upgrade auf den Professional-Tarif vornehmen.

Anmeldung einer Eigenmarke für den Verkauf auf Amazon

Eine Registrierung der Marke bei DPMA oder EUIPO schützt Ihre Markenrechte und ist unabdingbar, wenn Sie ein Private Label Geschäft auf Amazon führen möchten. Bei der Registrierung, dürfen Sie nicht außer Acht lassen, dass Markenschutz immer gebietsbezogen ist. Wer seine Marke beim DPMA registriert hat, wird in China nicht gegen unerlaubte Nutzung vorgehen können. 

Private Label Amazon Brand Registry

Doch wussten Sie, dass Sie zusätzlich die Möglichkeit haben, Ihre Marke direkt bei Amazon zu schützen. Was ist das und vor allem was bringt das? 

Es kann passieren, dass Drittanbieter eine bereits bestehenden ASIN nutzen, um Produktfälschungen billiger zu verkaufen oder die Produktbeschreibung zu verändern. Und glauben Sie uns, das passiert ziemlich oft. Die Markenregistrierung bei Amazon beseitigt dieses Problem: Durch die Marken-Anmeldung bekommt der Markenbetreiber Zugang zu Amazon Tools, mit denen Verstöße gegen die Markenrechte einfach überwacht und an Amazon gemeldet werden können. So können Sie die Anhänger schnell wieder los werden.

Amazon Private Label-Produkte über FBA verkaufen

Planen Sie Ihre Private Label Produkte bei Amazon direkt über Fulfillment by Amazon (kurz FBA) zu verkaufen, müssen Sie bereits in der Produktrecherche-Phase die Größe Ihrer zukünftigen Artikel und Bundles beachten. Die Rechnung ist ganz einfach: Je kleiner das Produkt, desto geringer die Versand- und die Lagerkosten

Tatsache ist: Das Private Label-Business wird sehr oft in Verbindung mit FBA gebracht, denn der Dienst ist perfekt für diejenigen geeignet, die sich auf die Vermarktung und den Vertrieb ihrer Produkte konzentrieren wollen. FBA erleichtert nicht nur den Versand, den Kundenservice und den Gewinn der Buy Box – ja, auch Private Label Händler müssen sich um die Buy Box kümmern. Ein FBA-Verkäufer hat mit seinem Prime-Banner die Aufmerksamkeit und den Zugang zu der kaufkräftigsten Zielgruppe auf Amazon – den Prime-Kunden. 34,4 Millionen potentiellen Kunden nur in Deutschland, die in wenigen Minuten Entscheidungen treffen und alles kaufen, was nicht bei drei auf’m Baum ist.

Den meisten Händlern dürfte es ein Begriff sein: Fulfillment by Amazon, oder auf Deutsch „Versand durch Amazon“. Dahinter verbirgt sich eine ganze Reihe an Services, die der E-Commerce-Gigant den Verkäufern auf seinem Marktplatz anbietet. Diese können Händl…
Wenn wir vom Online-Handel sprechen, sprechen wir nicht zuletzt von Amazon. Kein Weg geht mehr am Online-Riesen vorbei. Wenn Sie bereits Ihre Waren auf Amazon verkaufen, dann haben Sie auch von Fulfillment by Amazon Programm gehört. Während die einen Amazon…

Private Label und die Amazon Buy Box – Gewinn garantiert? 

Nein. Sorry. Wir wollten nicht mit der Tür ins Haus fallen, aber trotzdem nein. Als Private Label Händler müssen Sie, wie jeder anderer auf dem Marktplatz, die Regeln von Amazon beachten, um den Heiligen Gral von Amazon, die Buy Box, für sich auch als einzigen Verkäufer zu gewinnen. Schlimmer noch! Als neuer Händler auf Amazon müssen Sie eine 90-tägige Verkaufshistorie aufweisen, um die Buy Box zu bekommen. Bis dahin findet der Kunde Ihr Angebot im recht unsichtbaren Bereich “Andere Verkäufer auf Amazon”.

Und was passiert nach 90 Tagen? Wenn Sie eine perfekte Verkaufshistorie, perfekten Service, Versand etc. aufweisen, dann bekommen Sie die Buy Box und dürfen diese weiter behalten. Doch was heißt eigentlich perfekt? Gute Nachricht vorab – Sie müssen nicht gegen die Konkurrenz auf der eigenen Produktseite behaupten. Keine schlechte Nachricht, aber eine Tatsache – trotzdem können Sie bei schlechter Performance abgestraft werden. 

Wir haben 13 Kennzahlen zusammengefasst, die für den Gewinn der Buy Box wichtig sind. Die wichtigsten sind:

Versand

Als Mindestanforderung für die Qualifizierung gilt der Versand FBM. Für den Gewinn der Buy Box sollten Sie auf FBA oder Prime durch Verkäufer setzen.

Endpreis

Laut Amazon soll der Preis so niedrig wie möglich sein. Doch tatsächlich geht es um das Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit dem niedrigsten Preis die restlichen Metriken auszugleichen wird sehr wahrscheinlich nicht funktionieren. Sie haben keine Konkurrenz in der Buy Box und müssen den Preis nicht drücken.

Versanddauer

Um sich für die Buy Box zu qualifizieren, darf Ihr Versand nicht länger als 14 Tage dauern. Wollen Sie das Feld für sich gewinnen, sollte der Versand unter zwei Tagen liegen. 

Verkäuferleistung

Die Verkäuferleistung setzt sich aus verschiedenen Kennzahlen des Kundenservices zusammen, wie Rate an Bestellmängeln, Stornorate, Rate verspäteter und pünktlicher Lieferungen etc. Werden die Mindestanforderungen nicht erfüllt, „krankt” das Verkäuferkonto und Amazon sieht sich gezwungen, die Verkaufsberechtigung einzuschränken oder gar komplett zu entziehen. 

Was sonst für den Gewinn der Buy Box wichtig ist, lesen Sie in den folgenden Artikeln.

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Fazit

Private Label Verkauf ist weder eine Wunderwaffe, noch Schnee von Gestern. Es ist aber ganz bestimmt kein Selbstläufer und lässt sich definitiv nicht nur mit einem Produkt erfolgreich betreiben. Versuchen Sie also nicht blauäugig ins eigene Verderben zu rennen. 

Heutzutage haben Händler mehr Know-how und auch Möglichkeiten, als noch vor wenigen Jahren. Wer es richtig machen will, wird nicht drum herumkommen, sich um den Aufbau der Marke zu kümmern und im Anschluss den Mehrwert bieten, den die Konkurrenz nicht hat. Das ist schließlich der Sinn und Zweck von Private Labeling – sich von der Konkurrenz abzuheben.

Amazon bietet viele technische Möglichkeiten, Services, treue Kundschaft und nicht zuletzt Zugang zum internationalen Markt, um mit Private Label erfolgreich verkaufen zu können. Gut informiert und auch vorbereitet kann jeder seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben. 

Bildnachweise in der Reihenfolge der Bilder: © ontsunan – stock.adobe.com / © bloomicon – stock.adobe.com

SellerLogic Repricer
Ermöglicht mittels dynamischer und intelligenter Preissteuerung, die Produkte in der Amazon Buy Box zu platzieren und zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen.
SellerLogic Lost & Found
Überwacht FBA-Prozesse auf mögliche Fehler und unterstützt Händler bei ihren Erstattungsansprüchen gegenüber Amazon. Der Händler schickt die Fälle via Copy & Paste an Amazon.